Bob & Skeleton
Spür das pure Adrenalin, wenn der Schlitten mit atemberaubender Geschwindigkeit durch den Eiskanal donnert und die Fliehkräfte einen förmlich in die Kurven pressen. Bob und Skeleton sind die Formel 1 des Wintersports – eine explosive Mischung aus roher Kraft beim Start und chirurgischer Präzision in der Bahn.
Wenn du einmal die Faszination dieser High-Speed-Disziplinen erlebt hast, verstehst du sofort, warum Athleten und Zuschauer gleichermaßen von der Jagd nach der Hundertstelsekunde gefesselt sind.
Bob & Skeleton
bei den Sport Austria Final
Was ist Bob & Skeleton? – Grundlagen
Sowohl beim Bob als auch beim Skeleton geht es um dasselbe Ziel: Einen schlauchförmigen, künstlich vereisten Kanal so schnell wie möglich hinunterzufahren. Doch die Herangehensweise könnte unterschiedlicher kaum sein. Beim Bobsport sitzen zwei oder vier Athleten in einem aerodynamischen Hightech-Schlitten. Teamarbeit ist hier alles – vom synchronen Start bis zur perfekten Linienwahl durch den Piloten.
Beim Skeleton hingegen ist der Athlet auf sich allein gestellt. Mit dem Kopf voraus und dem Bauch auf dem Schlitten liegend, rasen die Sportler nur wenige Zentimeter über dem Eis talwärts. Gesteuert wird allein durch Gewichtsverlagerung und feine Bewegungen der Schultern und Knie. Es ist der ultimative Ritt auf der Rasierklinge, der absolute Körperbeherrschung verlangt.
Die wichtigsten Regeln im Überblick
Obwohl es wild aussieht, folgen beide Disziplinen einem strengen Reglement, um Chancengleichheit und Sicherheit zu gewährleisten:
- Der Start: Das Rennen beginnt im Stehen. In einer explosiven Anlaufphase von ca. 50 Metern schieben die Athleten den Schlitten an, bevor sie aufspringen. Dies ist oft entscheidend für die Endzeit.
- Die Läufe: Bei Weltcups und Meisterschaften werden meist zwei oder vier Läufe absolviert. Die Zeiten werden addiert – die geringste Gesamtzeit gewinnt.
- Gewichtslimits: Es gibt strikte Obergrenzen für das Gesamtgewicht (Schlitten + Athleten). Zu leichte Teams dürfen Zusatzgewichte im Schlitten anbringen, um Nachteile auszugleichen.
- Temperatur der Kufen: Die Kufen dürfen vor dem Start nicht künstlich aufgeheizt werden, da dies das Gleitverhalten auf dem Eis unerlaubt verbessern würde.
- Die Bahn: Eine wettkampftaugliche Bahn ist meist 1.200 bis 1.600 Meter lang und verfügt über mindestens 15 Kurven sowie ein Gefälle von durchschnittlich 8 bis 15 Prozent.
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Ausrüstung & Equipment
Sicherheit und Aerodynamik stehen bei der Ausrüstung an erster Stelle. Neben dem Sportgerät selbst – dem Bob oder dem Skeleton-Schlitten – ist die persönliche Schutzausrüstung essenziell.
Jeder Athlet trägt einen speziellen Helm mit Visier, um bei Stürzen geschützt zu sein und die Sicht im Fahrtwind zu behalten. Der Anzug ist eng anliegend und aerodynamisch optimiert, um den Luftwiderstand zu minimieren. Ein absolutes Muss sind die Spikes-Schuhe: Sie besitzen an der Sohle hunderte kleine Nadeln, die beim Start den nötigen Grip auf dem glatten Eis garantieren. Ohne diese „Bürsten“ wäre eine explosive Beschleunigung unmöglich.
Für wen sind Bob & Skeleton geeignet?
Diese Sportarten verlangen Mut, aber vor allem physische Topform. Das Anforderungsprofil ähnelt stark dem eines Leichtathleten.
Körperliche Voraussetzungen
Die wichtigste Komponente ist die Schnellkraft. Ein explosiver Start ist die halbe Miete, weshalb viele Bobsportler und Skeletonis ursprünglich aus dem Sprint oder Mehrkampf kommen. Zudem ist eine starke Rumpfmuskulatur für die Stabilisierung während der Fahrt und die Aufnahme der G-Kräfte (bis zu 5g) unerlässlich.
Zielgruppe & Einstieg
Bob & Skeleton sind keine klassischen Breitensportarten für den Sonntagnachmittag, aber sie faszinieren ambitionierte Quereinsteiger. In Österreich und Deutschland gibt es oft Sichtungstrainings für Jugendliche und junge Erwachsene, die athletisches Talent mitbringen. Während Bob ein echter Teamsport ist, bei dem Blindverständnis herrschen muss, ist Skeleton ideal für Einzelkämpfer, die den puren Fokus suchen.
Geschichte der Sportart
Die Wurzeln des Kufensports liegen im späten 19. Jahrhundert in der Schweiz. Englische Kurgäste suchten in St. Moritz nach Nervenkitzel und entwickelten aus simplen Transport-Schlitten die ersten Sportgeräte. Der erste Bobclub der Welt wurde 1897 gegründet.
Auch in Österreich hat der Eiskanal eine lange und stolze Tradition, insbesondere durch die Olympiabahn in Innsbruck-Igls. Hier wurden bei den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976 Legenden geboren. Seitdem hat sich der Sport von waghalsigen Abenteuern zu einer hochtechnologischen Disziplin entwickelt, in der rot-weiß-rote Athleten regelmäßig um Edelmetall mitfahren.
Galerie
FAQs
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Der Hauptunterschied liegt in der Position auf dem Schlitten. Beim Skeleton liegen die Athleten auf dem Bauch und fahren mit dem Kopf voraus. Beim Rennrodeln hingegen liegen die Sportler auf dem Rücken und fahren mit den Füßen voran. Zudem sind die Schlitten technisch unterschiedlich konstruiert.







